21.02.2018

Gedanken zum Bild: "Sterben der Knöpfe"

Tausend bunte Knöpfe liegen unter den Collagen und Bildern des Berliners Macks Querfeld, in der Ausstellung Samplings, der Berliner Galerie Brotfabrik.



Surreal, befremdend und fast fröhlich wirkt es, wenn man gerade die Ausstellungsräume betritt. In mehreren der 480 hier ausgestellten Werke des Künstlers finden sich solche Knöpfe wieder.


Doch spätestens im zweiten Raum erfährt mein Eindruck eine herbe Umdeutung. Ich stehe vor "dem, Sterben der Knöpfe", einer 24 mal 18 Zentimeter großen Collage aus 22 Knöpfen, einem Foto eines Schaltpults und einer Zeitungsüberschrift. Etwas betreten schaue ich nun auf die "gestorbenen Knöpfe" zu meinen Füßen und schüttele in Gedanken den Kopf. Dann betrachte ich das Schaltpult. War das nicht mal unabdingbare Ausstattung eines jeden Raumschiffs oder Maschinenraums oder wenigstens einer Maschine? Mein Smartphone hat nur einen Knopf auf der Vorderseite, den Home-Button, mit dem ich, wenn nichts mehr geht, auf "Knopfdruck" wieder zum Ausgang, "in Startposition" komme oder der mich aus den Tiefen des Internets oder aus dem Wust der geöffneten Programme rettet. Dieser Knopf ist uns also noch geblieben... denke ich.


Obwohl bereits vor der Antike bekannt, begann der Knopf "seine große Karriere" gewissermaßen erst durch die "Erfindung" des Knopflochs. Seit dem 13. Jhd. war man somit bisweilen etwas "zugeknöpft"oder "knöpfte" sich den einen oder anderen Gegner vor, wenn man etwas zu regeln hatte. Im 19. Jhd. wurde der Knopf folglich dann auch zum Schaltelement in der Elektrotechnik und behauptete sich auch in der Elektronik, obwohl es mit Touch-Pads oder Touch-Screens längst leistungsfähigere "Universaltalente" gibt.
Doch erinnern wir uns - Geräte mit Knopf haben noch die Haptik, die es ermöglicht, auch im Dunklen oder blind das Teil zu bedienen -  alte Handys beispielsweise oder Autoradios.

Als "absolut lohnend" und wirklich "sehenswert" möchte ich Euch den Besuch der Ausstellung daher dringend empfehlen. Am 25.02. gibt es ein Künstlergespräch und die Möglichkeit, auch Fragen zu erörtern.

25. 02. 2018 Finissage der Ausstellung "Samplings" von Macks Querfeld
in der Galerie der Brotfabrik, Caligariplatz 1, 13086 Berlin, Info-Telefon: 030 - 471 40 01

22.01.2018

Ausstellung: Samplings von Max Querfeld

Max Querfeld nimmt uns in seinen Samplings mit auf eine leichte und inspirative Reise mit Assoziationen von verschiedenster Art. Er seziert unsere Oberflächlichkeit, Wichtigtuerei und Obsessionen genauso wie unsere Naivität und Gutgläubigkeit Medien gegenüber. Immer wieder persifliert oder konterkariert er gängige Worthülsen, Alltagssituationen, Schlagworte, Filmtitel, Headlines und Floskeln aus dem Alltag, der Wirtschaft und der Politik. 

Die Materialien dazu sind so vielgestaltig wie die Themen. 
Zitate, Fotos, Motive, Symbole, Zeitungsschnipsel, Programmhefte, Verpackungen und obskure Fundstücke stellt er mit künstlerischen Mitteln (Collagen, Assemblagen) in neuen Kontext oder packt sie in einen ganz neuen Rahmen.

Die große Zahl von Einzelstücken massieren die träge Denkmasse des Hirns auf angenehme Art und Weise gleichmäßig in einen erfreulich kreativen Zustand.

Die Ausstellung in der Brotfabrikist täglich 16 - 20 Uhr geöffnet und kostenfrei. 
Am 3. Februar gibt es einen Kreativ-Workshop mit dem Künstler (vorher reservieren: +49 30 - 471 40 01) und am 25. Februar, 16 Uhr ist die Finissage mit Künstlergespräch.

>> meine Fotos von der Vernissage

19.01.2018

Bitterböse Komödie: Zeit der Kannibalen

Eine ironische Elegie auf den Neokapitalismus:
Die Unternehmensberater Öllers und Niederländer sind ein eingespieltes Team. Ihr Leben spielt sich in Hotels in Schwellen- und Entwicklungsländern ab: In klimatisierten Räumen treffen die Vertreter der "Company" ihre Kunden und unterbreiten ihnen dubiose Vorschläge zur Profitmaximierung. Da werden sie mit dem Selbstmord eines Kollegen konfrontiert, der gerade die heiß begehrte Beförderung erhalten hat. Als kurz darauf die neue Kollegin Bianca März auftaucht, beginnt der selbstzerstörerische Kampf aller gegen alle.
Ein Must See! >> (ARD Mediathek), >>"Zeit der Kannibalen" auf Wikipedia

05.01.2018

Gedanken zum Bild: Wartende aus "SchwarzKubaWeiß"

Eine Bushaltestelle auf dem Land, Kuba 2015
Im Schatten eines mächtigen Baumes harren 13 Wartende auf den nächsten Überlandbus, wie die Jünger Jesu beim "letzten Abendmahl". Der Bildaufbau ist ähnlich und wirkt auf mich ein wenig religiös. Im Zentrum, wo Leonardo da Vinci seinen Jesus platziert hat, sitzt anmutig eine kubanische  Schönheit, einer karibischen Göttin gleich, erhöht auf den Wurzeln des uralten Baums.
Dessen Alter lässt sich grob zwischen 300 und 600 Jahre schätzen. Bei uns brauchen Bäume erheblich länger, um solche Stammumfänge zu erreichen. Damit hat er möglicherweise noch eine Zeit vor Cristoph Kolumbus erlebt.
Ebenso wie die Jünger in Leonardos Bild sind die Wartenden in Gruppen angeordnet und der Blick in den Hintergrund zeigt auch hier die Berge.

Damit hat sich jedoch auch schon der Vergleich, handelt es sich hierbei ja um ein Schwarz/Weiß- Foto aus dem Jahr 2015 und nicht um eine Darstellung eines feierlichen Abendmahls von vor fast 2000 Jahren. Die Männer tragen Hüte und gestreifte Shirts, auch die Sonnenbrillen sind neu. Durch ihre Minen und Handhaltungen offenbaren sie nicht die Erwartung des Messias, sondern ersehnen die Ankunft des nächsten Landbusses. Zählt man die zwei Personen aus dem Hintergrund hinzu, sind es 15 abgebildete Personen. Jesus hatte zwölf Jünger und musste bekanntlich nie auf einen Bus warten.

Foto: Schnappschuss aus der Galerie Brotfabrik, Original von Uwe Dippelt, 2015, aus "SchwarzKubaWeiß"

Finissage mit Künstlergespräch ist am  Sonntag, den 07. 01.2018 um 16 Uhr.

04.01.2018

Gedanken zum Bild: Frau mit Katze aus "SchwarzKubaWeiß"

Zwischen den Fingern vor sich eine Havanna-Zigarre haltend und eine Rassekatze auf dem Arm, begegnet uns eine ältere Frau mit Hut vor einem Gebäude.
Souverän strahlen ihre Züge Erfahrung, Selbstbewusstsein und vielleicht auch Getriebenheit aus. Bei genauer Betrachtung erkennt man den mit der Zeit abgeranzten Chic ihrer Tasche, ihres Schmucks und ihrer Fingernägel. Es ist eine ländliche festliche Tracht, die ihr mit jeder Menge bunter Perlenketten ihrem Erscheinungsbild etwas besonderes, ein wenig Glanz verleiht. Fast könnte man meinen, die Dame käme oder ginge zu einem Fest oder einer Hochzeit. Vielleicht ist sie das auch. Ihre Tasche steckt jedoch voller Papiere, die ihrer Besitzerin eher einen geschäftlichen Eindruck verleihen. Sie scheint auf alles vorbereitet und hat gewiss bessere Zeiten erlebt.

Was auch immer das Geheimnis der Dame ist, ihre Katze trägt jedenfalls ein ebenso festliches Kleid.

Das Foto hängt in der Galerie der Brotfabrik. Das Original ist von Uwe Dippelt, ca. 50 x 70 cm, aus dem Jahr 2015. Die Ausstellung hängt (eintrittfrei, tägl. 12-20 Uhr) bis zum 07.01. 2018. Dann ist 16 Uhr ein Künstlergespräch und Finissage. Ich bin natürlich dabei. >> Schnappschüsse der Ausstellung 

03.01.2018

Gedanken zum Bild: Friseur aus "SchwarzKubaWeiß"

Kuba, 2015 - nicht ohne Stolz preist ist ein junger Friseur sein Angebot stylischer Frisuren an. Eindrucksvoll prangen solche Fotos, vermutlich aus eigener Hand, an großen Wandtafeln. Im Hintergrund  hängt etwas schief, ein Kalender mit einem kitschig-schönen Jesusbild, bedroht und fast erschlagen von einer HiFi-Anlage mit Lautsprecherbox. Von oben taucht ein blendend helles Neonlicht die Szene in eine Arbeitsatmosphäre, wie in einer Kfz-Werkstatt. An der Wand im Hintergrund hängt die kubanische Staatsflagge. Das Foto wirkt auf mich, wie ein Gleichnis auf die Verhältnisse in Kuba.
Der junge Mann ist an beiden Ohren doppelt beringt. Hier arbeitet ein Meister seines Fachs mit Überzeugung und Idealen.

Weblinks

17.12.2017

Filmtipp: Herbe Mischung

Szenenfoto aus Herbe Mischung
Das Leben ist kompliziert, die liebe Verwandschaft auch und unterschiedliche Kulturen sowieso. Als wäre das nicht genug, spielt die Handlung im schönen Israel, welches nicht nur seine spezielle Lage hat, sondern dessen Bewohner sowohl ihre traditionelle Religion, als auch ihre ganz einen eigenen Vorbehalte und Humor besitzen.

Ich finde den Film köstlich. Er hat eine so herrliche Situationskomik mit einer wunderbar "herben Mischung".
Seht selbst! >> ard-mediathek

China

Chinareise

Im September 2007 - ein knappes Jahr vor den Olympischen Spielen, besuchte ich das Land der Mitte um mir ein genaues Bild zu verschaffen. Schließlich wurden es circa 4000 Bilder, von denen über 100 in der Diaschau gezeigt sind. | In September 2007, one year before the opening of the Olympic Games I visited China to have a closer look on it. More than 100 of 4000 photoes would showed at the picture galerie. | 2007, 开展奥运会一年之前,为了加深我的理解我们访问中国,对立的国家。我们摄了一共四千张照片。在这里可以看到一百张。它们介绍一下我德国人的角度和中国给我什么样的印象。

Olympic Signs

Olympic Signs
Hier sind unsere Fundstücke aus dem Olympiashop der Wangfujing-Straße, dem Ku-Damm Pekings. | These tasteful items we found in Beijings biggest Olympic Games-store in Wangfujing, Beijings main shopping area. | 这些很有意思的东西我看到了在北京的主要(王府井大街的)奥运会礼物店。

(16.200,- Yuan sind ca. 1700 Euro.) Der Slogan der Spiele lautet: "One World One Dream".

Wei Fo Ma (Volkmar) - Mein persönliches Briefsiegel

S ü d - D e u t s c h l a n d


Eine "Reise nach Franken" 2008 war Auftakt einer ganzen Reihe von Alben:

Das Album Bamberg zeigt den alten Kaiserdom mit dem einzigen heilig gesprochenen Kaiserpaar Deutschlands, den Bamberger Reiter, den Bischofstuhl, einen heiligen Nagel und die wunderschöne Altstadt.

Die Stadt Nürnberg wird 1050 erstmal erwähnt, ist noch älter. Wahrzeichen ist die Kaiserburg. Ein gemeinsames Album gibt es für die Lorenzkirche und Sebalduskirche. Einen Einblick in das Germanische Nationalmuseum und ins Bahn Museum gibt es auch.

Solarberg Fürth

Solarberg Fürth
Der Solarberg in Fürth/Atzenhof zählte 2008 mit seinen 1 MegaWatt weltweit zu den größten Photovoltaikanlagen. Der am Main-Donau-Kanal gelegene ehemalige Müllberg reicht 348 M über den Meeresspiegel und ist ein exzelenter Aussichtspunkt.

Bamberg

Bamberg
Bamberger Dom: drei mal Kaiser Heinrich der II., Marienpforte, heiliger Nagel vom Kreuz Christi, durchgerostete Türklinke des Haupteingangs

Nürnberg

Nürnberg
Viele Kaiser wählten das 1050 erstmals urkundlich erwähnte Nürnberg als Aufenthaltsort. vlnr.: Nassauerhaus, Uhr der Frauenkirche, Dürerhaus, Narrenschiff, Schalenbrunnen, Reichsapfel, Fleischbrücke (1598)

Kaiserburg Nürnberg

Kaiserburg  Nürnberg
Als Kaiserpfalz und für Festempfänge u.a. genutzt von Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“. Neben einem wunderbaren Blick vom Sinnwellturm, lohnt ein Besuch im Burgmuseum

Germanisches Museum Nürnberg

Germanisches Museum Nürnberg
Das Germanische National Museum in Nürnberg zeigt Originale aus 3 Jahrtausenden

St. Lorenz und St. Sebald Nürnberg

St. Lorenz und St. Sebald Nürnberg
2 Nürnberger Kirchen aus dem 13. Jhd.

Berlin

Berlin
Der Prenzlberg ist eine der angesagtesten Gegenden in Berlin. Hier treffen sich Kultur, Shopping, Nightlife, Musik, Gays und haben Politiker, Schauspieler und Schriftsteller ihr zuhause oder wenigstens ihren Zweitwohnsitz. Wer kennt nicht "Schönhauser Allee" von Wladimir Kaminer?

Berlin - Alexanderplatz

Berlin  -  Alexanderplatz
Alex mit ungewohnten Detailansichten

Berlin Mitte - Oranienburger Straße

Berlin Mitte - Oranienburger Straße
Restaurant Mirchi, Kunsthaus Tacheles, Neue Synagoge und Bodemuseum

Berlin - Museumsinsel

Berlin - Museumsinsel
5 Stücke aus der Antikensammlung des Alten Museums in Berlin Mitte

Zoo Aquarium Berlin

Zoo Aquarium Berlin

Zoologischer Garten Berlin

Tierpark Berlin

Museum für Naturkunde Berlin

Schloss Charlottenburg

Deutsches Historisches Museum

CSD 2009 in Berlin

lichtzeichen - Ausstellung im K20

Englisch Lernen

Marienkirche in Frankfurt (Oder)